Der Kulturminister lädt ein ...
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... zum Thema "Lobbyieren für die Kultur"
Datum: Samstag, 17. März 2007
Ort: L'arc Romainmôtier
Die Dokumentation findet sich auf KulturTV.ch
(Der Link, s. unten).
Gegen Kultur hat niemand etwas einzuwenden. Auch Politiker fühlen sich der Kultur durchaus verpflichtet. Doch wenn es hart auf hart, sprich ums Budget und um Interessensabwägungen geht, dann muss der Bereich der Kultur meist hintanstehen. Liegt dies an der Kultur selbst – oder nicht auch daran, dass ihre Verfechter in politischen Auseinandersetzungen oft eher kleinlaut zu argumentieren pflegen?
Die beiden Buchautoren Thomas Leif und Rudolph Speth bezeichnen das Lobbying als die "fünfte Gewalt im Staat". Lobbying ist, so eine einfache Definition, "eine Form der Interessenvertretung in der Politik, bei der Regierungsmitglieder, Beamte und gewählte Volksvertreter durch Interessengruppen – die Lobbys – im direkten Kontakt gezielt angesprochen werden oder indirekt die öffentliche Meinung über die Medien beeinflusst wird." (Quelle: wikipedia)
Unternehmen suchen demzufolge die Nähe der politischen Entscheidungsträger, um für ihre Interessen zu werben, einerseits. Andererseits zeigt sich seit einiger Zeit eine gegenläufige Tendenz, wie der Hamburger Politikwissenschaftler Jochen Greven schreibt: "Seit Jahren ist festzustellen, dass Politiker die Nähe von Unternehmen geradezu suchen... Ursache ist ein stetig steigender Druck, neue Regeln zu schaffen. Mal erzwingt sie eine kleine Interessengruppe, mal erfordert es der technische Fortschritt, dann wieder die zunehmende Globalisierung – und überall wachsen die Haftungsrisiken. Das Wissen, wie man diesem Ansturm widerstehen kann, vermuten Politiker und Ministerialbeamte zusehends bei Unternehmen."
In diesem Ringen um Einfluss kann auch die Kultur nicht gänzlich abseits stehen. Wenn alle ihre Interessen vorbringen, darf sie nicht schweigen, sondern muss auf welche Weise immer die eigenen Standpunkte und Wünsche artikulieren. Die Frage freilich ist, wie sie dies am besten, kreativsten und effizientesten tun kann.




